top of page

Zurück in der Candlemaker Row

  • Autorenbild: Anna
    Anna
  • 22. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Winterzeit ist auch irgendwie Schnupfenzeit, zumindest bei mir. Ich hasse es! Der Kopf schmerzt, du hustest wie ein alter Wolf, mit den tränenden Augen könntest du Blumen gießen und die Nase läuft als hätte sie einen Marathon im Visier. Machen kannste gar nichts, nur auf der Couch liegen, müde irgendwelchen gestreamten Sachen hinterherschauen und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.


Viel schlimmer war jedoch die Schreibblockade, die sich daraus entwickelt. Ich schaffte nicht mehr, als ein paar Stichpunkte. Das ist doof! Keine Ahnung, wie andere Autoren ihre Geschichten entwickeln (sehr wahrscheinlicher sehr viel fleißiger als ich gerade).


Für mich ist das Ganze inzwischen zu einem festen Einschlafritual geworden – und es funktioniert erstaunlich gut.

Ich reise gedanklich zu den Schauplätzen meiner aktuellen Geschichte, treffe meine Figuren und überlege, wo sie gerade sind, was sie tun, wie es weitergehen könnte – oder auch, wen ich vielleicht nicht bis zum Ende überleben lasse. Da ich allerdings viel zu verschnupft war, um mich wirklich an den Schreibtisch zu setzen, landeten all diese Ideen zunächst auf unzähligen kleinen Notizzetteln, die ich schließlich wie eine improvisierte Gedankenlandkarte aneinanderheftete.


Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist, dachte sich meine Erkältung und verschwand so plötzlich, wie die Temperaturen ins zweistellige Plus umschlugen. Und ich?

Ich bin endlich zurück in der Altstadt von Edinburgh und nach einer kurzen Runde über den Friedhof zum Black Mausoleum schlendere ich durch die Candlemaker Row.

Die vielen Notizzettel sind in den Papierkorb gewandert und die Ideen darauf in die Tastatur geklimpert.


Inzwischen tummeln sich drei ausgewachsene Schurken in meiner Geschichte. Mit ihnen war ich gestern Abend im „Banshees“, einem Pub tief in den Katakomben, irgendwo zwischen der Royal Mile und dem ehrwürdigen Edinburgh Castle. Die Liste der armen Seelen, die wir irgendwann dem Schattengrafen – und damit leider der ewigen Verdammnis – übergeben werden, ist so gut wie fertig. Ich bin ein bisschen stolz auf uns.


Nebenbei ist es mir gelungen, die drei so sehr abzulenken, dass sie zwei andere Figuren – nennen wir sie Spione – überhaupt nicht bemerkten. Ein kleiner, aber wichtiger Erfolg.


Immerhin habe ich jetzt auch gelernt: Geister rauchen offenbar und trinken gern. Sollte ich irgendwann selbst zum Geist mutieren, werde ich allerdings sofort abstinent. Der angebliche Cocktail des Tages im „Banshees“, genannt „Drunken Ghost“, ist eine giftgrüne, schleimig dampfende Brühe, die alles andere als vertrauenserweckend aussieht.


Für die kommenden Kapitel geht es nun wieder in die Candlemaker Row – eine Straße mit wunderschönen, alten, hohen Häusern, an deren Ende sich ein gemütlicher Pub, der Greyfriars, befindet.


Den Anfang macht Coldhand-Jack, ein kleiner Junge, viel zu früh verstorben, der nun in Arthurs Kinderzimmer umhergeistert. Können Menschen und Geister Freunde werden?


Da meine Geschichten meist direkt beim Tippen entstehen, bin ich mindestens genauso gespannt wie ihr, wie es weitergeht.


Bei uns an der Ostsee ist die große Eisschmelze angebrochen

und ich hoffe, dass mich das angesagte schöne Frühlingswetter und der Einzug der Meisen auf meinem Balkon nicht zu lange von weiteren Besuchen in Edinburghs Altstadt abhält.

Andererseits das Gefühl macht süchtig, dieses Gefühl, dass die Reise noch völlig offen ist.









Ach ja, die Vorgeschichte zu meinem Katzentroll kann man im ersten Teil von "Das Puppenhaus" nachlesen. Erfreulicherweise war es nach Weihnachten komplett ausverkauft.

Mein Verlag versucht gerade händeringend an die frische Lieferung der Druckerei zu kommen - und kämpft seit Tagen mit dem Lieferdienst. Darunter sollen die derzeitigen Besteller und Bestellerinnen natürlich nicht leiden und wir entschädigen Euch für die Geduld mit 1 € weniger pro Buch.

Das Puppenhaus - Geheimnis von Holymoor
€14.95
Jetzt kaufen

Ich weiß, es ist nicht ganz fair, Euch mit nur vagen Einblicken in die Geschichte im Ungewissen zu lassen. Tatsächlich erreichen mich immer wieder Nachrichten mit der Frage, wann das neue Buch denn endlich erscheint. Die ehrliche Antwort lautet: Es wird leider noch etwas dauern.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht! Mein Verlag und ich arbeiten gerade an einer Möglichkeit, bereits vor der Veröffentlichung einzelne Kapitel „testlesen“ zu lassen. Wenn Ihr Lust habt, zu den ersten Leserinnen und Lesern zu gehören, könnt Ihr Euch jetzt bewerben.

Wer teilnehmen möchte, sollte schnell sein und eine kurze Bewerbung per E-Mail an den Verlag schicken:info@edition-am-kraehenteich.de

Unter allen Einsendungen werden fünf Personen ausgelost, die vorab Einblick in das Manuskript erhalten.

Also: keine Zeit verlieren — ich drücke Euch die Daumen und wünsche viel Glück! 🍀



Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen

FOLLOW ME

  • Pinterest
  • Youtube
  • Instagram
  • Facebook Social Icon

© 2020 by Anna Hasenfuss. Proudly created with Wix.com

bottom of page