Käsekuchen, Kopfsteinpflaster und ganz viel Harzliebe
- Anna

- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ostern liegt inzwischen einige Tage zurück –

genau der richtige Moment, um mit etwas Abstand auf eine rundum gelungene Reise zurückzublicken.
Noch immer hatte ich die winterliche Atmosphäre der Adventszeit in Wernigerode vor Augen. Der Wunsch, den Harz auch einmal im Frühling zu erleben, ließ mich nicht los. Und was soll ich sagen: Es war erneut schlicht zauberhaft.
Als Ausgangspunkt meiner Reise wählte ich Goslar – eine charmante Stadt, die nicht nur durch ihre historische Kulisse, sondern auch durch ihre bemerkenswerte Gastronomie überzeugt. Wer hier unterwegs ist, sollte sich einen Besuch im „Trüffel“ sowie bei „Müllers Tapas & Steak“ keinesfalls entgehen lassen. Hervorragendes Essen, ein stimmungsvolles Ambiente und außergewöhnlich herzliche Gastgeber machen beide Restaurants zu echten Empfehlungen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich vermutlich zum Stammgast geworden.
Ein besonderes Lob gibt es von mir für den Ostharz: eine Region, die Tradition und Moderne auf bemerkenswerte Weise vereint. Entspannt, humorvoll, offen und gastfreundlich – mit liebevoll geführten Geschäften, großartiger Gastronomie und einer Herzlichkeit, die man als Besucher sofort spürt. Ich habe mich jederzeit willkommen gefühlt – und ein kleines Stück Fernweh gleich mitgenommen.
Den Hexentanzplatz habe ich diesmal bewusst ausgelassen. So inspirierend dieser Ort auch ist – zu Ostern schien halb Deutschland dort unterwegs zu sein. Stattdessen zog es mich endlich zum Schloss Wernigerode.
Bisher kannte ich es vor allem als malerisches Fotomotiv aus den Gassen der Stadt. Dieses Mal wollte ich es aus nächster Nähe erleben – und das bedeutet: ein durchaus schweißtreibender Aufstieg.

Der Weg führt nahezu ausschließlich bergauf und bringt selbst ambitionierte Spaziergänger ins Schnaufen.
Doch oben angekommen wird man mehr als belohnt: mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt und das Tal sowie einer besonderen Atmosphäre rund um das Schloss.
Das Restaurant "Schlossterrassen" hat mich überrascht. Wie es dem Personal gelingt, jedem Gast einen passenden Platz zu bieten, ohne lange Wartezeiten entstehen zu lassen, bleibt ein kleines Rätsel. Doch genau diese Leichtigkeit, gepaart mit dem Ausblick, der Frühlingssonne und der entspannten Stimmung, machte den Samstag vor Ostern zu einem schönen Erlebnis.
Eigentlich hatte ich mir noch weitere Ziele vorgenommen – doch wie so oft blieb ich in Quedlinburg „hängen“. Diese Stadt besitzt eine ganz eigene Magie. Die historischen Gebäude erinnern mich immer wieder an die DEFA-Märchenfilme meiner Kindheit, und an jeder Ecke entdeckt man neue, geschichtsträchtige Details.

Diesmal habe ich mir eine Stadtrundfahrt mit einem der kleinen „Klingelbusse“ gegönnt – ein Erlebnis, das ich uneingeschränkt empfehlen kann und für das ich mittlerweile das richtige Alter habe, ohne den Altersdurchschnitt der Insassen unnötig nach unten zu ziehen.

Man erhält nicht nur einen umfassenden Überblick über die Stadt, sondern entdeckt auch Facetten, die weit über die bekannte Altstadt hinausgehen.
Ganz nebenbei wurde ich daran erinnert, dass mein Großvater stets ein paar Tütchen Quedlinburger Saatgut in seiner Gartenlaube aufbewahrte – denn auch dafür war und ist diese Stadt weit über die Ländergrenzen hinaus bekannt.

Für mich ist diese Stadt allerdings eng mit Käsekuchen verbunden. Alles in mir freut sich darauf, nach der Klingelbahnfahrt! Solltet Ihr mal in Quedlinburg vorbeischauen, versäumt es nicht, neben dem obligatorischen Besuch des Schlosses, seinem Schatz und dem damit verbundenen fußläufigen Aufstieg am Finkenherd bei der Käsekuchenbaeckerei.de vorbeizuschauen.


Hier findet jeder seinen Lieblingskuchen und wenn es mal länger dauert in der Schlange, liegt es nicht am lahmen Personal, sondern am Gast, der sich zwischen gefühlten hunderttausend Varianten nicht entscheiden kann.
Lieber Vincent, du bist einer meiner Geheimtipps im Harz!
Auf der Rückfahrt legen wir einen kleinen Zwischenstopp in Schierke ein. Es ist ein hübscher

kleiner Ort und überall grüßt die Hexe und der Teufel.
Mir ist dieser Ort bislang nur durch die gleichnamigen Tropfen bekannt. Nein, keine Medizin, obwohl... ? Hat es schon jemand ausprobiert?
Für mich ist das ein sogenannter "Fahrstuhlschnaps", jeder Schluck davon wandert die Speiseröhre mehrfach rauf und runter. Aber er würde nicht massenhaft verkauft werden, wenn es keine Liebhaber gäbe.
Die Weicheier unter uns, so wie ich, werden in der Schnapskollektion beim "Schierkuja" fündig, die charmante Schwester des Schierker Feuersteins mit Maracuja-Geschmack.

Ich fand den Namen derart lustig, dass ich mir gleich mal drei Fläschchen gekauft habe.
Allerdings traue ich mich jetzt nicht, davon zu probieren, in der Angst, es handelt sich auch hier um Fahrstuhlfahrenden Alkohol.
Mein neues Buch, der zweite Teil von "Das Puppenhaus" beginnt im Harz. Und ich bin froh, mich für diesen wunderschönen mystischen flecken Erde entschieden zu haben. Die benötigten Mitwirkenden finde ich hier nahezu an jeder Ecke. Ein paar von ihnen nehme ich mit nach Edinburgh in Schottland, wo sie sich listig unter die dortigen Geister mischen werden.

Die nötige Fachliteratur vom Verlag Spelhus.de habe ich mir vorsichtshalber mit nach Lübeck genommen. Wer weiß, vielleicht brauche ich tatsächlich noch ein paar Tipps von "Flitzi erzählt".


























Vielen Dank für deinen tollen Reisebericht,liebe Grüße aus Buxtetown
Schön zu lesen 💛