Zeitumstellung – Wie ich versuche, eine Stunde meines Lebens zurückzufordern
- Anna

- 29. März
- 2 Min. Lesezeit
Es ist wieder passiert. Über Nacht wurde mir eine Stunde gestohlen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Ohne Entschuldigung.
Ich ging gestern noch als strukturierter Mensch ins Bett (zumindest in meiner eigenen Wahrnehmung) – und wachte heute auf wie jemand, der emotional noch im Samstag feststeckt, während der Körper bereits Montag simuliert.

Die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit ist ja offiziell dazu da, „den Tag besser zu nutzen“.
Ich weiß nicht, wer diesen Tag nutzt, aber ich bin es nicht. Ich verbringe ihn hauptsächlich damit, auf Uhren zu starren und mich zu fragen, ob ich jetzt müde bin oder einfach nur existiere.
Mein Handy hatte sich natürlich schon umgestellt. Streber!
Der Backofen hingegen zeigt seitdem eine Uhrzeit an, die vermutlich in einer Parallelwelt korrekt ist. Und die Armbanduhr – nun ja, die liegt seit drei Jahren in einer Schublade und wartet darauf, dass ich mein Leben in den Griff bekomme.
Besonders spannend wird es beim Essen: Frühstück um 10 fühlt sich an wie 9, Mittagessen wie ein organisatorisches Missverständnis und Abendessen wie eine mutige Entscheidung gegen die Vernunft.
Und dann diese Menschen, die sagen: „Ach, das ist doch nur eine Stunde!“
Ja! Und ein einziger Keks ist auch „nur ein Keks“. Wir wissen alle, wie diese Geschichte endet.
Der Körper jedenfalls reagiert, als hätte ich ihn mitten in der Nacht zu einem spontanen Abenteuer gezwungen. Er ist beleidigt. Er ist müde. Und er hat beschlossen, heute absolut nichts Konstruktives beizutragen.

Ich habe kurz überlegt, die verlorene Stunde aktiv zu suchen. Vielleicht liegt sie irgendwo zwischen Socken ohne Partner und guten Vorsätzen vom Januar. Aber ich fürchte, sie ist weg. Für immer!
Immerhin hat die Sommerzeit auch Vorteile: Es ist länger hell, man hat theoretisch mehr vom Tag und kann abends noch Dinge tun wie spazieren gehen, Sport treiben oder… auf dem Sofa liegen und sich darüber freuen, dass es noch hell ist, während man nichts tut.
Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Und falls mich jemand sucht:
Ich bin die Person, die um 21:30 ins Bett geht und sich dabei sehr rebellisch vorkommt, weil es sich anfühlt wie 20:30.


Kommentare